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Wenn einem nicht nach feiern zumute ist

Morgen feiern wir eigentlich Mabon, die Herbst Tag- und Nachtgleiche. Ein Fest des Dankes und der Freude, sowie der Fülle. Ein Erntedank. Und doch ist mir nicht nach feiern zumute und ich bin nicht ganz bei der Sache, auch wenn es genug gibt für das ich, und wir hier generell, dankbar sein darf.

Doch derzeit geht so viel ab in der Welt und auch wenn gerade das ein Grund sein sollte das wir uns dafür bedanken das es uns hierzulande eigentlich gut geht, so betrifft eine der gegenwärtigen Katastrophen derzeit indirekt auch uns, denn Schwiegereltern, Familie und Freunde leben in Puerto Rico und das wurde gestern von einem Hurricane ziemlich übel zugerichtet.

Und das Schlimmste: man weiss nicht wie es den Liebsten geht, da Strom und Kommunikation ausfielen und man nur über die Medien erfährt was abgeht. Und die haben die Aufmerksamkeitsspanne eines Tornados auf Speed und suchen bereits die nächste potentielle Katastrophe auf die sie sich stürzen können.

Und wie herausfordernd ist dies erst für meinen Schatz. Die Sorge um die Liebsten und vor allem die Ungewissheit darüber wie es ihnen geht, sind schwere Lasten die es derzeit zu tragen gibt. Natürlich sind wir optimistisch aber das ändert natürlich auch nichts daran, dass die Heimat einem Kriegsgebiet gleicht und immer noch Regenfälle und Fluten für Unsicherheit sorgen und die Reparaturmassnahmen verzögern.

Es ist immer noch eine schöne Welt in der wir leben.

Trotz aller Kriege, Naturkatastrophen und schlechter Nachrichten liegen immer noch Magie und Mystik in der Luft, webt sich der Zauber der Liebe ins Netz und es gibt so viele das Herz erfüllende, Freudentränen verursachende, die Seele erwärmende Ereignisse die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Auch die Natur ist immer noch geduldig und nährt uns mehr denn je, obwohl unsere Spezies nicht unbedingt liebevoll mit ihr umgeht.

Und es wäre schön wenn die Menschen sich mehr darauf fokussieren könnten, dankbarer werden und sich sich daran erfreuen. Vor allem mehr gute Nachrichten goutieren würden anstatt sich von dem Medienmist und der Angstmache runterziehen zu lassen die so zielgerecht gestreut wird um das Kollektive Bewusstsein klein zu halten (übrigens: auch gewisse Verschwörungstheorien fördern diesen Angst- und Hassfluss).

Aber wenn man mitbekommt wie sich im deutschsprachigen Raum (und nicht nur da) Rassismus, Homophobie, Unzufriedenheit und andere destruktive und lebensfeindliche Eigenschaften wieder vermehren, dann tut einem das Herz weh und zeigt dass das Erfolg hat. Und das in Zeiten in denen es so wichtig wäre die Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam konstruktiv anzupacken.

Egal in welcher Schublade man steckt, wir sind alle Teil vom gleichen Schrank (um mal einen weniger esoterischen Vergleich zu machen). 

Mabon wäre ein Fest der Balance, des Gleichgewichtes und des Dankes für jene Gaben die uns das Leben ermöglichen. Und trotz aller Dankbarkeit dafür das es uns doch recht gut geht fällt es mir gerade schwer dieses Fest mit Gleichgewicht und Fokus anzugehen, auch wenn ich mir all dieser Dinge im klaren bin.

Denn wir danken der Fülle, andere sind dankbar dafür überhaupt noch am Leben zu sein. Und für einmal ist mir diese Tatsache sehr bewusst!

Erden. Verbinden. Kanal öffnen. Herzfrequenz erweitern…

Vielleicht gibt es ja bis zum Ritual gute Nachrichten. Würde dem Gleichgewicht gut tun.

…und die Kerzen brennen weiter…

Blessed Be

 

 

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