Erinnerungen an Krampus-Tage

Heute ist Krampustag und es werden Erinnerungen wach. Denn als Kind war dies ein Tag dem ich immer entgegenfieberte. Was schräg ist, wenn man bedenkt das der 5. Dezember sich um den weniger netten Gesellen dreht der den Nikolaus am 5. und am 6. Dezember begleitet und an dem meist die “bösen” Kinder beschenkt oder bestraft wurden. Und ein böses Kind war ich eigentlich – soweit ich selbst das beurteilen kann – ganz und gar nicht. „Erinnerungen an Krampus-Tage“ weiterlesen

Empfehlung: The Path Of Paganism, John Becket

Ich folge dem Blog von John Becket schon längere Zeit und mag die Meinungen und Beiträge dieses, im Druidentum verwurzelten, Neuheiden. Nun ist sein erstes Buch auf dem Markt, “The Path Of Paganism”, und wie schon seine Blogbeiträge so ist auch dieses Werk rundum empfehlenswert.

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Beltane im kleinen Kreis

Wir waren ein winziger Kreis mit grosser Freude
Wir waren ein winziger Kreis mit grosser Freude

 

Seit 2009 waren wir nicht mehr so wenige Leute an einem Beltane Ritual (und damals waren wir noch 1 mehr). Ganze 5 Kopf hoch zelebrierten wir den Einstieg in die heilige Hexennacht. Dabei war ich davon ausgegangen das an einem Samstag ein Teilnehmer-Rekord aufgestellt werden könnte.

Doch bereits im Vorfeld mussten immer mehr aus persönlichen oder organisatorischen Gründen absagen, selbst von unserem Zirkel schaffte es letztlich nur Katharina. Den letzten Rest gab dann wohl die Wettervorhersage die sich für einmal sogar als zutreffend herausstellte.

Anfangs blieben wir noch trocken an unserem Platz unter dem Weltenbaum, doch während des Rituals vermählten sich tatsächlich Vater Himmel und Mutter Erde vor Ort in einem Regenschauer der, zumindest in dieser Nacht, denn auch kein Ende mehr fand.

Wir hatten es jedoch fröhlich und lachten, alberten, trommelten und den Höhepunkt stellte das Segnen des Kelches den wir alle in Händen hielten und in den wir dann das Athame gleiten liessen um die Kraft von Göttin und Gott, Inspiration und Kreativität, Männlich und Weiblich, Lebenslust und Lebensfreude symbolisch in den süssen und ach so leckeren Honigwein zu laden und uns denn mit dem wärmenden Funken des Lebensfeuers erfüllen zu lassen.

Kreativ war es auf jeden Fall, das Ritual, und die Gedichte die vorgetragen wurden füllten den Kreis und die Herzen. Wurden vom Rauch des lustvollen Rauches der aus der Schale waberte zu den Göttern getragen.

Schön war es, nass und kühl aber gleichzeitig erfrischend und lebendig. Und auch wenn der Sommer immer noch ein wenig abwartet, so schien wenigstens im Innen die Sonne und drückte sich durch das Lachen aus.

Die Temperaturen ziehen sicher bald nach. Und dann wird auch der Regen wärmer

🙂

 

Geweihte Nächte

Weihnacht

Wisst Ihr was schön ist? Dass das christliche Weihnachtsfest auch genau in die eigentliche Yulezeit fällt (was ja bewusst so gesetzt wurde wie man weiss), denn unsere Vorfahren feierten ja mehrere Tage lang und nicht nur eine Nacht. Dazu noch ein voller Mond am 25.12. Einfach herrlich.

Ich werde übrigens öfters gefragt ob ich das traditionelle Weihnachten auch noch feiere, da wir ja die Sonnwende bereits zelebrierten. Und ja, natürlich, warum auch nicht. Schliesslich basiert “Weihnachten” ja auf einem der heidnischsten Feste überhaupt und wie oben erwähnt: es fällt in die Yulezeit.

Auch finde ich unseren deutschen Begriff “Weihnachten” schön, denn er impliziert nicht unbedingt eine Verbindung zur Grossreligion sondern einfach geweihte Nächte, und die durchleben wir ja ohnehin. Da ist es im englischen schon anders wo “Christmas” ja die Verbindung zu Christus im Namen trägt.

Was mich übrigens auch nicht stört, denn als Lichtbringer der Christen ist ja auch er ein wunderbares Symbol für Hoffnung, Nächstenliebe, Toleranz und das Göttliche (auch wenn der eigentliche Geburtstag von Jesus Christus ja anscheinend im Frühling war).

Allerdings ist es ein Graus das die meisten Menschen diese Qualitäten die er symbolisiert ja dann rasch wieder vergessen und in seinem Namen hasserfüllte und gar nicht nette Dinge befürworten oder anrichten, die ihn vermutlich im Grabe rotieren lassen würden, wäre er nicht sowieso wieder auferstanden in der christlichen Mythologie.

Aber so ist das nun mal und man darf durchaus hoffen das die Menschheit sich wieder ihrer auf der Liebe basierenden Stärken besinnt und gemeinsam auch die Religionen nebeneinander in Frieden gelebt werden können und dürfen.

Und das wäre ja eine schöne Vision auf die geweihten Nächte.

Was ich dieses Jahr allerdings so noch gar nicht merke sind die Raunächte. Die verbinde ich im Inneren mit Winter, aber Wärme und vor allem Trockenheit (beten wir doch alle ein wenig für mehr Niederschlag, egal ob Regen oder Schnee) machen mir ein wenig Sorgen. Die Natur ächzt unter dem Wassermangel und auch wenn dieser noch ziemlich von Medien und Gesellschaft verdrängt wird derzeit, so ist sein Impakt auf die Vegetation nicht übersehbar.

Gleichwohl freue ich mich auf die Meditationen und Reisen über die kommenden Abende und Nächte und bin gespannt auf die Symbolismen denen ich im Traum begegnen darf.

So, und jetzt einfach noch einmal

Alles Liebe und Gute zu den Feiertagen. Herzlichen Dank jenen die auch an den heiligen Tagen arbeiten und für andere Menschen da sind. Möge Liebe und Freude Eure Herzen erhellen.

Blessed Be

 

 

 

 

Wiedersehen mit “alten” Büchern

witchcrafting

Im Moment bin ich daran mich durch ein paar Klassiker der Wicca- und Hexenliteratur durchzulesen, die ich vor vielen vielen Jahren durchgearbeitet hatte und von denen mich einige ziemlich berührten zur damaligen Zeit. Und es ist spannend festzustellen, wie sehr man sich von einigen Dingen/Philosophien entfernt hat, die einen damals völlig begeisterten und andere wiederum heute mehr denn je aktuell sind und bleiben.

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Blessed Beltane

Ich wünsche Euch eine gesegnete Maienzeit. Heute ist Beltane, Fest der Fruchtbarkeit, der Lebensfreude, der Sexualkraft und der Liebe. Viele werden passend am kommenden Montag feiern, wenn der volle Mond die Landschaft in seinem üppigen Nachtlicht badet, oder – je nach Wetter – zumindest die Wolkendecke in mystischem Schein erstrahlt. Wir feierten gestern Abend und weihten den Kelch mit den Energien der lebensfrohen Göttinnen und Götter in kleiner und sympathischer Runde. Doch die nächsten Tage werden sicher noch viele ihr privates Beltane zelebrieren und ihre Ritualkreise ziehen. “Wir sind ein Kreis, in einem Kreis ohne Anfang, und ohne Ende” und so hinterlassen die vielen Kreise der Dankbarkeit sicher ihre Spuren im Kollektiv. Mögen die Beltanefeuer auch in Euren Herzen leuchten und die Liebe erwecken. Blessed Be

PS: meinen Newsletter zu Beltane findet Ihr unter diesem Link:
Sei Du Selbst – Etwas andere Beltane Gedanken

Review: Der Gehörnte–eine Hommage an das Wilde im Mann, von Voenix

hornedone collage

Es ist ein sehr persönliches Buch geworden, das Voenix hier mit etwas Verspätung auf den Markt wirft. Dem Stil seiner “Götterhimmel” Bildbände folgend, diesmal aber im edlen Hardcover, befasst sich der deutsche Künstler – dessen Werke nicht nur in der Heidenszene Kultstatus besitzen – mit dem männlich Göttlichen in Form des “Gehörnten Gottes” und seiner vielfältigen Entwicklungen und Interpretationen innerhalb von Mythos und Religion. Ein Vorwort des Schweizer Magiers Akron leitet diese Odyssee durch Zeiten und Archetypen ein die bildgewaltig den Mythos des wilden Mannes innerhalb verschiedener Kulturen darstellt. Die Bilder – von denen einige sicher so manchem Fan aus anderen Veröffentlichungen bekannt vorkommen – werden hier mit sehr informativen Begleittexten versehen und mit persönlichen Fussnoten des Autoren gewürzt. Der Gehörnte innerhalb von Brauchtümern kommt hier ebensowenig zu kurz wie seine Interpretationen und Auftritte innerhalb der Medien. Sensibel und behutsam, stets nachdenklich und dennoch äusserst dynamisch scheut sich Voenix auch nicht die dunkle Seite der verdrängten Instinkte aufzugreifen die er in seinem Kapitel “Die Hörner des Bösen” aufklärend und spannend in das Gesamtwerk mit einbezieht. In neun Kapitel ist der bebilderte Band unterteilt….

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Im Pfadfinderhaus an der PFI Konferenz Helvetia

Geweih

Am 6. und 7. Oktober nahm ich an der Pagan Federation International Switzerland Konferenz teil. Als Besucher aber auch als Vortragender. Zwar musste ich Samstag früh sehr zeitig aus den Federn und auf den Zug, aber die anfängliche Müdigkeit und der begleitende Unmut waren denn auch rasch aus den Knochen und dem Kopf. Der Event fand in einem Pfadfinderhaus in Biel statt, das einen interessanten Charme versprühte. Der riesen Kamin mit dem grossen Geweih darüber schuf einen beeindruckenden Charakter im “Vortrags- und Workshop Raum”. Und es war ein schönes, aber auch ein bisschen anstrengendes Wochenende bei dem sich praktizierende Heiden (Pagans) und Interessierte trafen und Erfahrungen austauschten oder einfach lauschten.

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Alles Satanisten

avatar11 Diese Woche erzählte mir ein Kunde das er an einem Sonntag vor dem Schaufenster gestanden habe und die Artikel im Laden begutachtete, als ein bärtiger Mann der in der Nähe gestanden hatte neben ihn trat und fragte, was er denn von “so einem” Laden hielte. Daraufhin meinte er, er fände ihn okay was den Herrn mit Bart dazu veranlasste loszulegen: “Das sei alles Satanismus, dieses Esoterik und Hexenzeugs, nur Jesus könne die Seele erretten und alles andere wären Irrwege und überhaupt und sowieso…” Dabei schien er sich, laut Kundenaussage, ziemlich zu ereifern. Nun, als praktizierender Wicca ist man solche Ausbrüche ja irgendwo gewohnt, meinen Kunden jedoch überforderte es etwas, weshalb er auch schleunigst das Weite suchte. Ich persönlich kann über diese Ignoranz und Intoleranz einfach nur einmal mehr den Kopf schütteln. Dabei ist es irgendwie beruhigend, dass im Kopf der Aufgeregten scheinbar eh alles satanisch ist, das nix mit Jesus zu tun hat und man nicht nur das Hexentum so tituliert. Das er jedoch extra wartete bis jemand ins Fenster schaute um dann an die Seite zu eilen und mit seinem emotionalen Verbalwerk loslegen zu können, stimmt dann doch nachdenklich. So “normal” und dennoch so schade, dass manche Menschen Feindbilder brauchen um sich einen Lebenssinn zu schaffen anstatt das Leben in seiner – göttlichen – Vielfalt wahr- und anzunehmen… Sollte mal “Gespräche mit Gott” lesen, der Mann…