Wenn man sich Dinge sagen kann

Was macht eine Freundschaft aus? Das zu diskutieren würde den Rahmen sprengen, aber für mich gibt es da schon einige Merkmale die meine richtigen Freunde ausmachen. Und dazu gehört, dass man sich auch austauschen kann ohne dabei ständig das Gefühl haben zu müssen, sich auf Glatteis zu bewegen.

Und umgekehrt gilt das natürlich ebenso. Denn wenn Menschen wirklich Freunde sind, dann wird diese Freundschaft auch nicht auseinanderbrechen, weil man vielleicht einmal etwas in den falschen Hals bekommen hat.

Mein bester Freund zum Beispiel ist gar nicht zimperlich mit mir und auch wenn dann manchmal  zuerst meine innere “Drama Queen” reagiert und das zu Diskussionen führen kann, so wissen wir beide, dass keine böse Absicht hinter so mancher Kritik oder anderer Meinung steckt. Und auch wenn es einmal kracht, man findet sich wieder weil man sich mag und eben sich auch politisch inkorrekt Dinge sagen darf.

Die, wenn die “Drama Queen” dann Pause hat auch verarbeitet, betrachtet und oft als gute Denkanstösse eingeordnet werden.

Und das ist so wichtig.

Genauso wichtig eben wie das darüber nachdenken, denn gute Freunde sagen nie etwas weil sie Dich verletzen wollen, oder sich in irgend einer Form über Dich stellen mögen. Es wird auch nie ums “recht haben” gehen.

Man sollte natürlich auch bei sich selber schauen, denn je höher der emotionale Dramalevel steigt, desto mehr ist ein Teil des Gesagten in Resonanz. Das heisst: irgendwo hat der Andere doch etwas gestreift und man reagiert. Daraus kann man extrem gut lernen und das fördert die Achtsamkeit auf das eigene Ich und die Selbstverantwortung.

Es ist bei mir besser geworden. Viel vieeeeel besser. Liegt vielleicht am älter werden. Aber hin und wieder kommt es noch vor.

Umgekehrt muss man natürlich zur Kenntnis nehmen: man kann die Reaktion auf etwas selbst beim besten Freund, der besten Freundin, nicht immer vorhersehen. Aber die echten Freunde erkennt man eben daran, dass man FreundIn bleibt, nachdem sich die Wogen geglättet und die Emotionen wieder dem Mind etwas mehr Platz einräumen.

Und man redet. Diskutiert. Oder einfach akzeptiert und respektiert.

Und das ist schön. Und wertvoll.

Und Freundschaft.

Teil davon.

Ein Lichtlein ist ausgegangen…

Im Sommerland...
Im Sommerland…

Unsere vierbeinigen Begleiter nehmen oft grossen Platz in unseren Herzen ein. Sie begleiten uns ein Leben lang und gehen mit uns durch dick und dünn und wir mit ihnen. Abschied von ihnen zu nehmen ist nie leicht, auch wenn wir im Moment in dem wir uns auf diese Beziehung einlassen doch recht sicher sein können, das sie vermutlich vor uns ins Sommerland gehen werden. Und so sehr man sich darauf einstellen mag: es wird nie leichter.

Gestern ging ein Lichtlein bei uns aus als wir unsere geliebte Jessie verabschieden mussten, die schon lange schlechte Nierenwerte hatte, die sich aber über Jahre im Griff halten liessen. Vor wenigen Wochen noch war bei der Kontrolle alles recht “normal” und dann letzte Woche plötzlich ging es rapide abwärts. Gerade an Samhain dann ein Besuch in der Kleintierpraxis weil sie so abgenommen hatte und kaum mehr frass. Zwar hatte sie nach einer Infusion noch einen Aufschwung, aber die schlechten Laborwerte, die Tatsache das ihr dauernd übel war, das kaum mehr essen mochte und sich eher zurückzog machten die schwere Entscheidung unumgänglich.

Es ist eine Sache an Samhain über den Tod nachzudenken, gegangene Menschen und Tiere zu segnen und ihrer zu gedenken, oder aber dann auch mit dem Leid und dem Schmerz die mit dieser Thematik verbunden ist direkt in dieser Zeit konfrontiert zu werden. Spirituell und Intellektuell sind diese Themen anders zu erfassen aber auch gestern dachte ich mir wieder dass nichts romantisches an einer Euthanasie ist. Sie tut einfach nur weh im Moment. Nein, eigentlich ab dem Moment ab dem man diese Entscheidung treffen musste.

Wir waren gesegnet mit den Mitarbeiterinnen der Kleintierpraxis Luzern. Wunderbare Frauen von denen eine dann auch zu uns nach Hause kam um Jessie ins Sommerland zu senden. Ein riesengrosser Dank geht an an diese Praxis!

Das sie in unserem Spirit Raum ging in den sie sich legte war nett und das die nette Veterinärin scheinbar mit vielen Pentagrammen, Göttinnen und Drachen kein Problem hatte war ebenso klasse.

Jessie war ein wunderbares Tier. Ein Wonneproppen, lebendig, verspielt, die erste die unsere neue Wohnung erkundete und Gäste begrüsste. Auch die Einzige die es sich seinerzeit mit Anubis und Tootsie (den Katern die bei uns bis zu ihrem Ende zu Gast waren) ganz gut stellte… Einfach ein kleiner, vierbeiniger, Fell-Engel. Kein einziges mal war sie aggressiv in ihrem Leben. Biss nie, kratzte nie, war nie wütend… Aber so liebevoll zu jedem…

Möge sie im Sommerland glücklich sein…

Ich wünsche Euch allen eine gesegnete Wochenmitte…

Samhain. Winter. Die Schleier sind dünn…

Blessed Be

 

 

Spieglein Spieglein hier vor mir…

image

Gestern war so interessant. Eine meiner liebsten Freundinnen kam mich besuchen und gerade mit ihr krache ich überdurchschnittlich oft zusammen. Natürlich auch gestern als im Gespräch  die Emotionen hoch kochten. Wir wissen aber inzwischen beide dass das passiert weil wir uns gegenseitig in vielen Bereichen spiegeln und so endet es immer mit einer Umarmung und manchmal auch mit herzlich geweinten Tränen. Und so erwächst aus jedem kurzen Konflikt letztlich immer eine wichtige Selbsterkenntnis bei beiden. Das ist Lernen. Das ist Freundschaft. Und im Nachhinein sogar immer ein Grund um über sich selbst zu lachen.

Mitfühlen statt Mitleiden

Bild 122

Was tun wenn ein Freund oder eine Freundin eine emotionale Krise durchmacht? Von mir selbst weiss ich, wie zerrissen man in so einer Zeit sein kann. Einerseits freut man sich über Support und das Gefühl nicht allein zu sein, andererseits mag man oft keine Lebensweisheiten und Worte hören und in Ruhe gelassen werden damit man sich selbst mit der Situation auseinandersetzen kann und die notwendigen inneren Prozesse durchläuft. Da wir alle individuelle Wesen sind ist die Frage: “was würde ich in dieser Situation wollen” nicht immer leicht zu beantworten, denn in solchen Momenten weiss man oft selbst nicht was man will; zu intensiv der Sturm der Gefühle.

„Mitfühlen statt Mitleiden“ weiterlesen