Die Sache mit den Nicht-Ferien

2012-07-23 16.35.41Und es ist wieder einmal so weit: alle (zumindest gefühlt) haben irgendwie Ferien und können im besten Fall ein wenig herunterfahren. Doch wie für viele Selbstständige ist das auch für mich ein Luxus auf den ich ein Jahr mehr verzichten darf. Gewusst, das laut Statistik die meisten Selbstständigen die in den ersten Jahren den Bettel hinwerfen dies nicht einmal wegen finanzieller Probleme tun, sondern wegen dem Verzicht auf bezahlte Ferien und Freizeit? Diesbezüglich kann ich mir auf die Schulter klopfen, denn in den letzten 11 Jahren hatte ich nur insgesamt zweimal eine Auszeit. Einmal im ersten Geschäftsjahr noch drei Wochen (Nebenjob und Eulchen sei Dank) und das letzte Mal vor zwei Jahren ein paar Tage von denen ich prompt wegen einer Muskelverletzung die Hälfte unter Medikamenten verbrachte. Aber ich habe den Laden immer noch und auch nicht vor ihn aufzugeben. Letztes mal fragte mich eine Freundin, wie ich das denn schaffen würde und ich kann darauf nur sagen: würde ich meinen Beruf nicht so lieben es wäre schon lange vorbei. Ich bin stolz auf das was ich geschaffen habe und auch wenn es mich finanziell gerade mal über Wasser hält und sogenannte Extrawürste (ausgenommen ein paar Filme und Games) eben nicht gross drin liegen (hehe, für mich als Vegetarier sollte man da einen anderen Begriff finden), so mag ich was ich tue und bin von Herzen dankbar dafür, das ich meine Berufung zum Beruf machen durfte und leben kann. Das ist ein Privileg das ich in jeder Hinsicht zu schätzen weiss und dieses Wissen, eben diese Liebe geben mir Kraft. Göttin und Gott sowie die Wesen der Anderswelt, das arbeiten zwischen den Welten, all das sind ebenso wichtige Kraftquellen.

Jedoch gestehe ich: in der Sommerzeit leide ich mehr darunter als sonst, eben weil man an allen Ecken und Enden von Ferien liest, sich mit den Leuten freut aber selbst eben weiss das man sich diesen Luxus derzeit nicht erlauben kann. Vor allem nicht reisen kann, was doch ein bisschen weh tut. Gleichwohl überlege ich mir wie ich trotz der anstehenden Planung für das zweite Halbjahr und anderen Dingen die getan werde müssen, etwas mehr Zeit für mich herausschinden kann die nächsten Wochen. Oder wo ich umdisponiere um einfach meine Kraftquelle, die Natur, mehr geniessen zu können. Denn auch wenn ich zwar ein bisschen mehr Freizeit habe als viele andere Menschen und enorm dankbar dafür bin, so sind sie eben doch wichtig, die mehrtägigen – ja manchmal sogar mehrwöchigen – Pausen, in denen man den Kopf frei bekommt und nicht die Herausforderungen des selbstständigen Arbeitslebens (Steuerämter, Rechnungen, Miete, etc…) im Hinterkopf herumschwirren hat. Ansonsten freue ich mich auf Januar, wo so provisorisch einmal Ferien geplant sind. Bis dahin heisst es: sich weiter in Dankbarkeit und Demut üben, Meditieren, sich Motivieren und das Beste aus der freien Zeit zwischendurch machen. Denn Auszeit durch Krankheit ist denn ja auch nicht das Wahre… Und wichtig: Dankbarkeit auch und vor allem gegenüber meinen Freunden die mich unterstützen (Cerridwen sei Dank) und gegenüber jener Kunden und Besucher die mit ihrer Freude ebenso Impulse geben.