Das hat mich noch nie wirklich beeindruckt

So, der Schock vom Ladendiebstahl letzte Woche ist verdaut (lange Geschichte, Mutter/Sohn mit langen Fingern und viel geklautem Schmuck und anderem), der Schreck über die “Erste Hexenschule” ebenso und dass das 20 Minuten nicht mal auf meine kleine Mail reagiert hat, verwundert nicht und ist vielsagend… Nicht nur für mich, übrigens… Und die Kommentare (generell) sorgten dafür, das ich das Thema schnell wieder loslies. Denn was da wieder einmal alles gemutmasst und generell über Hexentum und Tarot gelästert wurde (es leben die mangelnde Aufklärung und die unantastbare persönliche Realität *hüstel*) war einfach nur gruselig. Jetzt aber zum Thema…

Kennt Ihr das?

Das Menschen Euch ansprechen und in den ersten paar Sätzen gleich damit auffahren wer sie sind, was sie machen, oder was sie alles besitzen? Ohne das man sie danach fragt oder es natürlicher Teil eines Gespräches oder einer Unterhaltung ist?

Ich hatte mit so etwas schon seit meiner Kindheit Probleme. Als Kind sicher auch deshalb, da ich mich schnell einschüchtern liess und weil es mich schlicht nicht interessierte. Und das tut es auch heute noch nicht, selbst wenn ich heutzutage um die psychologischen Hintergründe weiss. Und weil ich schon damals als “Sensibelchen” instinktiv den Widerspruch fühlte zwischen Schein und Sein, war das sehr verwirrend. Vor allem wenn die Erwachsenen (Eltern inklusive) “dies” behaupteten und ich “das” fühlte, mich aber anzupassen hatte.

Ich hatte nie was übrig für tolle Autos, sauteure Kleidung, Luxusgegenstände und den Kontostand jener mit denen ich zu tun hatte. Und wenn jemand mir als erstes zur Begrüssung entgegenschmettert das er/sie HohepriesterIn des magischen Ordens der unendlichen Wichtigkeit ist, Weiss- bzw. Schwarzmagische Superhexe oder LichtarbeiterIn die jeden Abend mit St. Germain und Erzengel Michael auf ein Bier geht, dann denke ich (und sage das auch manchmal): “Ooookayyyy? Und jetzt?”

Im Gastgewerbe wurde mir das sogar manchmal im Job zum Verhängnis, denn es kam nicht überall gut an das ich jeden und jeden einfach als normalen Menschen behandelte und nicht als den wichtigen Gastro-King oder Bankenchef, was oft ziemliche Aggression bei einigen “Wichtigkeiten” hervorrief. Wenigstens hatte ich da aber immer Chefs direkt über mir die mich unterstützten und die selber sehr menschlich und ehrlich waren (Mark Bleuler war einer der Besten. Gruss, wenn Du das liest 🙂 ).

Ich erinnere mich noch an eine unschöne Szene vor vielen Jahren im Stanserhof, als mich so ein kantonaler Gastro-King wüst beschimpfte weil ich ihn eine halbe Stunde nach Feierabend höflich bat die Bar zu verlassen und die erste Reaktion war: “Wissen Sie nicht wer ich bin”? Doch, wusste ich, aber es war mir egal denn sein Verhalten war weder respektvoll noch anständig und die Schimpftirade die mir dann entgegenschlug und die mich alles mögliche hiess (angefangen bei meiner Nationalität bis zur sexuellen Orientierung) machte sogar dessen Kollegen verlegen. und bestätigte mein unangenehmes Gefühl das ich bei diesem lauten Menschen hatte, noch bevor er ausflippte. Es war dennoch ein schockierender Moment…

Ich verstand auch früher schon nicht wenn es hiess: “Das ist dann der oder die und da musst Du dann besonders höflich sein” Besonders in Österreich wo sich sowieso so viele Komplexhaufen mit Magister- und ähnlichen Titeln schmückten (da liessen sich früher sogar “Damen” die mit einem Arzt verheiratet waren “Frau Doktor” nennen, ohne selbst studiert zu haben). Ich sah und spürte da immer nur Menschen. Egal was von ihnen behauptet wurde (oder sie selbst von sich behaupteten).

Die Menschen vor denen ich Respekt hatte waren jene die mich als solche beeindruckten. Durch ihre Art, durch ihr Charisma, durch ihre Worte, durch ihre Taten. Durch ihre Ehrlichkeit. Durch ihre Herzlichkeit. Und das hat sich bis heute nicht geändert.

Wenn ich dicke Masken wahrnehme, dann werde ich einfach vorsichtig und je “wichtiger” sich jemand darstellt oder versucht mit Konsumgütern Eindruck zu schinden, desto mehr ruft das bei mir Irritation hervor. Selbstbewusste Menschen jedoch, die herzhaft stolz auf sich und das was sie erreicht haben bzw. können sind, bewundere ich. Aber komisch: die sprechen so Sachen selten ungefragt während der ersten 5 Sätze an 😉

Schön ist jedoch das viele Menschen dann plötzlich ganz normal, freundlich und nett werden wenn sie merken, dass man sie als Mensch behandelt und sich nicht beeindrucken lässt vom dicken Schlitten, der teuren Kette oder dem dramatischen Auftritt. Wenige andere jedoch werden dann eher hässig *g*

Und die Moral von der Geschicht? Sei einfach Mensch mit Ecken und Kanten, sei stolz auf Dich und hab Dich lieb so wie Du bist… Dann strahlst Du eher gute Vibes aus und nicht verwirrende 😀