Bloggen am Karfreitag

DSC01274Die christlichen Osterfeiertage sind irgendwie witzig. Was wir Neuheiden über das Jahr verteilt gemessen an den Jahreszeiten und Zyklen der Natur zelebrieren, wird hier in wenigen Tagen abgehandelt: die Spirale von Leben, Tod und Wiedergeburt. Das man dem eigentlichen Ostara und seinem freudigen Hintergrund da diese betrübliche Komponente anhängte passt ja zum Beitrag an eine Kultur in der das Leiden nun mehr Wertschätzung erfährt als Lebensfreude und Frohsinn. Karfreitag habe ich nie recht verstanden. Schon als Kind wunderte ich mich über das Trauern am einen Tag und zwei Tage drauf war beim fröhlichen Ostereiersuchen schon wieder alles vergessen. Was das eine mit dem anderen zu tun hat erklärte einem natürlich niemand, wussen vermutlich auch viele gar nicht. Dennoch liebte ich Ostern, vor allem wegen Eiern, Hasen und Schokolade. Die ersten beiden definitv Fruchtbarkeitssymbole und durch und durch heidnisch inspiriert, wie Mensch ja heute weiss…

Heute liebe ich es wegen der freien Tage in deren Genuss ich kommen darf. Und wegen des Frühlings den man an diesen freien Tagen tanken kann. Diese Idee hatten heute unzählige Menschen, denn die Luzerner Spaziermeilen waren wie Ameisenhaufen und einen freien Platz am Wasser zu finden, ein Abenteuer. Wir haben es dennoch geschafft.

VollmondräuchernGestern übrigens den Vollmond gespürt? Cerridwen und ich zelebrierten ihn nahezu an seinem Höhepunkt, nämlich knapp nach 17.00 Uhr. Mit einem kleinen Ritual und einer Räucherung in Sonnenlicht getaucht. Mal etwas anderes. Das Leute an uns vorbeiliefen und sogar zuwinkten, nahmen wir freudig zur Kenntnis. Scheinbar hatten diese keine Berührungsängste mit sichtlich praktizierenden Hexen. Was für eine nette Sache. Wäre schön, wenn das immer so normal gesehen werden würde. Zur Krönung lief ein junger Hirsch an uns vorbei.

Ich liess es mir nicht nehmen eine Karte zu ziehen, einfach so zum Plausch, und als ich schalkhaft um eine lokale Göttin fragte die mir zur Seite steht zog ich promt aus einem Deck mit fast 100 Göttinnenkarten verschiedenster – auch exotischer – Kulturen die liebe Freyja, was mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Ich bin übrigens froh mich ein klein wenig aus dem Internet zurückgezogen zu haben, denn das tut mir auf allen Ebenen sehr gut. Auch wenn ich weiter am Eibenkreis arbeite und zusätzlich straffende Ideen für mein Zwischenwelt-Forum habe (ich werde es NICHT schliessen) so gelingt es mir trotzdem weniger am PC zu sitzen und in der gewonnenen Zeit mehr zu praktizieren, weiterzulernen und einfach zu leben. Frühlingsgefühle? Aber sicher doch!

Und so wünsche ich Euch allen ein schönes Wochenende. Vielleicht packt mich ja schon bald auch wieder die Lust mehr zu bloggen? Man(n) wird sehen. Zwischenzeitlich gibts einige Schokohasen zu verputzen.