Anfrage und Antwort zum Thema “Hexe”

Von Zeit zu Zeit erhalte ich Mails mit Anfragen und meist nehme ich mir ein wenig Zeit um sie zu beantworten. Kommt immer auf den Inhalt an. Heute hatte ich folgende Mail im Postfach:

“Hallo,
es gibt auf der Welt geborene und gelernte Hexen. Das wissen Sie bestimmt. Womit unterscheiden diese sich von einander? Ich hoffe, das wissen Sie auch! Was passiert mit einem hexenlosen Land? Und was ist für Sie überhaupt eine echte Hexe?! 
Möchte gerne mal wissen.
Mit freundlichen Grüßen”
Da ich die Frage in dieser oder ähnlicher Form nicht zum ersten Mal gestellt bekam nehme ich das zum Anlass, die Antwort dazu öffentlich zu machen, da sie vielleicht jemand anderen auch interessieren könnte:

Hallo xxxxx

Ich denke Du warst auf meiner Homepage auf der sowieso viel dazu geschrieben steht. Ich werde Dir dennoch gerne kurz antworten, auch wenn man im Hinterkopf haben sollte, dass zu dem Thema jeder eine eigene Meinung und Sichtweise hat. Vermutlich auch Du ;). Und das diese Wahrnehmungen oft ziemlich auseinander liegen. Deshalb ist meine Sichtweise schlicht die Art wie ich persönlich es verstehe (und gelernt/erfahren habe)…

Der Begriff «Hexe» leitet sich sprachlich von Hagazussa oder Hagedise ab, übersetzt soviel wie «ZaunreiterIn». Jemand der mit einem Bein in der kollektiven Realität und mit dem anderen in den so genannten «Anderswelten» unterwegs ist, sprich in anderen existierenden Realitäten.

Und diese Eigenschaft besitzt jeder Mensch, er verliert sie nur oft über die Jahre und/oder sie wird ihm aberzogen durch Erziehung/Religion oder andere Faktoren. Ganz weg ist sie aber nie und oft wird sie bei Menschen durch Erfahrungen, (manchmal traumatische) Erlebnisse oder den Kontakt seitens  Anderswelt wieder ruckartig aktiviert. Was Mensch dann daraus macht ist individuell.

Und ja: natürlich kann Mensch mittels verschiedener mystischer und spiritueller Traditionen und Techniken diese Eigenschaft auch bewusst wieder erlernen und aktivieren. Die Hermetik, schamanische Praktiken und so genannte Mysterientraditionen bieten hier eine Fülle an Möglichkeiten aber letztlich liegt der Schlüssel in der Hand desjenigen der sich für einen Pfad entscheidet und diesen dann auch mit einer gewissen Disziplin, vor allem aber auch mittels der Arbeit an sich selbst erlernt und praktiziert.

Aber das sind nur wenige Beispiele. Für jene die «naturgegeben» auf dem Zaun reiten ist es aber ebenso eine Frage dessen was sie mit dieser Eigenschaft anstellen und welchen Zielen sie dienen wollen. Und das unterscheidet sie nicht von anderen Menschen die auch ohne offizielle «Hexenkräfte» ihr Leben bestimmen und ihre Ziele im Leben verfolgen.

Und da der Begriff «Hexe» im deutschen Sprachgebrauch auch selten positiv verwendet wurde/wird ist es klar das auch viele Menschen ihre eigenen Vorstellungen hinein interpretieren. Und darunter auch nicht so tolle. Hexen heute stellen jedoch in vielen Fällen, wie die Ahninnen und Ahnen, ihre Kräfte (angelernt oder wiedergefunden) in den Dienst der Heilung und der Natur. Im Innen und/oder Aussen.

Deshalb gibt es für mich kein «hexenloses» Land weil die entsprechenden Eigenschaften jeder Mensch naturgegeben besitzt (Schlüssel dazu sind letztlich Trance- und veränderte Bewusstseinszustände) er sie aber oft innerhalb seiner Religion/spirituellen Entwicklung und seiner erfahrenen Wirklichkeit einsetzt. Bewusst oder unbewusst.

Ich hoffe ich konnte Deine Fragen damit etwas beantworten und wünsche Dir eine gute Zeit und nicht vergessen: das ist meine persönliche Wahrnehmung.

Freundliche Grüsse und einen schönen Tag

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Tja, so sehe ich persönlich das und so habe ich es erfahren. Wicca ist der Pfad auf den sich mein Herz berufen fühlte um tiefer in die Materie einzusteigen und zu lernen… Aber ich muss auch betonen ich bin für viele Wege offen und für mich persönlich gibt es keine “richtigen und falschen” und es wäre sehr schade wenn man einen lebt und alle anderen ausklammert. Als Hexe/ZaunreiterIn selbst ist man ja übrigens auch an keinen Pfad gebunden… 😉