Was mache ich mit Facebook? Falls überhaupt…

Facebook ist nur eine Krake von vielen, aber Februar jedoch wachsen ihr ein paar Arme mehr...
Facebook ist nur eine Krake von vielen, aber Februar jedoch wachsen ihr ein paar Arme mehr…

Ich bin gerne in Social Networks und schreibe/teile doch recht viel. Und es macht mir so weit Spass, zu dem ich vollumfänglich stehe. Vor allem auf Zuckerbergs Plattform. Dem Impuls mich von dort zu verziehen habe ich mich schon des öfteren widersetzt und meine temporäre Abneigung immer wieder in den Griff bekommen und als Projektion ebenso temporärer Krisen eingestuft.  Doch zum ersten mal seit langem ist der Impuls mich von dort zu verziehen grösser als je zuvor. Und ich bin schwer am überlegen ob ich ihm nachgeben soll…

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen sicher die – wieder einmal – verschärften Datenschutz Richtlinien, denn ab 31. Januar wird man dort noch ein bisschen gläserner. Okay, auch damit habe ich kein Problem gehabt bisher, und das ist sowieso ein Risiko dem man sich als Nutzer jeder Internet Services und Social Plattformen bewusst halten sollte. Aber irgendwann ist Schluss und auch wenn Facebook Geld generieren muss um alles gratis anzubieten (naja, fast alles, denn die “Seiten” die man betreibt muss man zahlen, will man alle erreichen), so wird mir das mit der zugeschnittenen Werbung (das hab ich jetzt schon), den “Tips” wo ich vielleicht hingehen möchte, vor allem aber mit der kontinuierlichen Standort- Ortung und Nutzung zuviel… Und da man auch via Browser alles abgreifen wird was es zum abgreifen gibt, bin ich da auch nach Deinstallation der App nicht mehr so wirklich sicher…

Soviel anders als bisher ist das zwar letztlich auch nicht, und vieles lässt sich individuell steuern, aber es ist und bleibt etwas ärgerlich…

Als zweiter und fast wichtigerer Grund für mich ist die Tatsache zu werten, das mir der Vibe dort nicht mehr gefällt und ich auch zunehmend immer weniger Lust verspüre alles was ich poste von Facebook und Co. analysiert zu bekommen. Oder der Fakt das Facebook Nippelbilder zensiert oder schon mal einen Kuss als “sittenwidrig” einstuft, während Terror- und Gewaltvideos sowie rechte Inhalte unzensiert und unkritisch fröhlich weiter laufen dürfen. Ich halte von US gesteuerten “Moralvorstellungen” inzwischen genauso wenig wie von der “Höher, Schneller, Weiter” Mentalität die sich oft spirituell tarnt, die aber letztlich ebenso nur das kranke Ami-Vorbild imitiert und die auf Facebook Beiträgen immer wieder mal durch sickert…

Jetzt könnten kritische Geister durchaus meinen: “Ja aber das hast Du ja alles selbst im Griff” und sie haben durchaus recht. Aber es fällt mir – zugegeben – schwer meine Tätigkeit dort so weit abzunabeln, das ich nur mehr aktiv bin und nicht mehr konsumiere oder in Diskussionen und Kommentare hineinschnuppere. Denn ein Social Network bedeutet ja letztlich auch mit zu machen… Und dabei zu sein heisst auch die Luft des dortigen Zeitgeistes virtuell mit zu atmen.

Letztlich habe ich selber die Verantwortung für meinen aktiven und passiven Teil dort zu tragen: Selbstverantwortung als Stichwort. Aber auf vieles das dort abläuft habe ich schlicht keinen Einfluss, will ich Facebook wirklich rundum nutzen. Und auf diese verschärfte Datennutzung – um den Kreis zu schliessen – eben auch nur via Umwegen, AdBlockern usw……

Die Moral von der Geschichte ist ziemlich saftlos, denn ich werde derzeit sicher nicht mein Profil löschen, meine zwei Seiten betreibe ich weiterhin, und ich werde auch nicht aussteigen von diesem Zeitgeist-Phänomen. Aber ich nutze dies einmal mehr um meine Aktivität dort zu hinterfragen und reflektieren. Mir darüber Gedanken zu machen was ich von einem Sozialen Netzwerk denn erwarte und wie ich es nutze damit es mich nährt und mir nicht Energie abfordert sowie zu hinterfragen was davon es wirklich braucht…

Achja, Bilder dort zu posten ist auch so eine Sache denn die Qualität wird inzwischen grässlich reduziert. Und hier noch ein Link darüber was wirklich abgeht und wie man sich schützt…

http://www.mimikama.at/allgemein/neue-datenschutzrichtlinien-bei-facebook-was-ndert-sich/