Lebendige Gesellschaft und schale blaue Bälle

Der Drachenberg. Immer wieder ein Erlebnis...
Der Drachenberg. Immer wieder ein Erlebnis…

Die letzten zwei Tage bin ich soviel gelaufen wie schon ewig nicht mehr. Wir hatten Besuch aus den USA, der Jugendfreund von meinem Schatz mit seiner bezaubernden Familie. Und natürlich nahm ich mir diese beiden Tage ebenso frei, um dabei sein zu können und die Family kennenzulernen.

Es war schön das in unserer Bude erst mal so richtig gelebt wurde. Mit Geplauder, Lachen, ein wenig Lärm, Kids, jeder Menge Speis und Trank sowie einem Fondue (ich stieg für zwei Tage auf vegetarisch um). Allerdings war es auch ziemlich anstrengend wenn man das nicht so gewohnt und ich habe jetzt noch dolle Nachwirkungen in Form eines Sonnenbrandes sowie einer leichten Blasenentzündung da ich zu wenig getrunken hatte und am Pilatus ein Wechselbad zwischen wahnsinnig heiss und kühler Brise herrschte.

Denn natürlich mussten wir zeigen wie schön Luzern und Umgebung sind 🙂

Wir gingen gestern auch aufs Blue Balls Festival und ich weiss, ich setz mich jetzt sicher in die Nesseln, aber ich fange mit Anlässen wie diesem so rein gar nix mehr an. Die immer gleichen Menschenmassen die rum drängen, jedes Jahr die gleichen Stände am See, die gleichen Sachen zum essen und es ist für mich irgendwie traurig das nur an diesen Events gefestet wird und so eine jährliche Routine einsetzt die ich trotz allem Leben (im Sinne von pulsierenden Massen) als ziemlich schal empfinde.

Aber wem es gefällt der soll das nicht persönlich nehmen: das bin einfach ich und ich fühle mich nicht mehr wirklich zu Hause auf solch grossen Anlässen und schalte dann auch rasch auf den Beobachtermodus um. Hängt möglicherweise auch damit zusammen, das ich kaum mehr Alkohol trinke und ein grosses Bier ist vermutlich zu wenig um sich da in die kollektive Energie einzuklinken, die oft wesentlich mehr “Spirit” intus hat 🙂

Toll ist jedoch, das man dort zwischendurch immer wieder auch lieb gewonnenen Menschen über den Weg läuft die man kennt aber selten persönlich sieht. Falls man nicht an ihnen vorbei geschoben wird wenn das Wetter schön ist und eine dichtgedrängte “Völkerwanderung” einsetzt die einen nur unter Schwierigkeiten an einem Ort still stehen lässt.

Ich würde es einfach super finden, wenn man nicht immer das Gleiche machen würde sondern verschiedene Feste unter verschiedenen Mottos die auch musikalisch und atmosphärisch Abwechslung bieten und so ein bisschen mehr Leben ausstrahlen als diese sich jährlich wiederholenden, immer gleichen Dinge. Vielleicht versteht ja jemand was ich damit ausdrücken möchte.

Ist wie bei Ritualen die schal werden, wenn man sie immer wieder, regelmässig auf die gleiche Art wiederholt. Irgendwann ist man nur mehr dabei ohne dabei zu sein weil es einfach nicht mehr wirklich lebt, sondern nur Sicherheit gibt.

Auf jeden Fall war es rundum sehr schön und wir hatten Freude, freuen uns jetzt auf den möglichen Besuch aus Puerto Rico, nächsten Winter (falls es klappt)…

Zwei Tage sind natürlich viel zu kurz und deshalb hoffen wir bereits auf den nächsten Besuch der lieb gewonnenen Family aus New Jersey (und nein, New Jersey und “Jersey Shore” sind total verschiedene Paar Schuhe wie ich lernen durfte *grins*)