Kurzes Auftanken in Zermatt

 

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Von Freitag auf Samstag, direkt nach unserer Samhain Nacht, machten wir uns auf um das Matterhorn zu fotografieren. Dazu buchten wir eine Nacht in einem angeblichen Budget Hotel, aber wenn das Budget Preise sind, dann möchte ich nicht wissen was ein normales Zimmer in der Hochsaison kosten würde. Das Zimmer war jedoch schön und sauber. Auch die Fahrt schlug trotz Halbtax mit chf 111.- zu Buche und wenn man bedenkt das man mit diesem Betrag heutzutage schon nach London, Barcelona oder Wien fliegen könnte, dann wundert man sich nicht wieso Ferien in der Schweiz für viele zu teuer sind.

Aber zu den guten Dingen. Am Freitag hatten wir einen schönen Tag erwischt, nicht sonnig, aber hell genug um schöne Fotos zu machen und ein wenig vom Ort zu sehen. Zermatt ist, wenn man ankommt, eine hässliche Stadt, typisch touristisch und ohne individuelles Flair. Erst wenn man ein wenig herumspaziert und weg geht von den Hotels wird es interessant und durch die speziellen Holzhäuser sogar sehr stimmungsvoll. Gelegen ist das Dörfchen in einer wunderbaren Gegend die zu erkunden man sich mehr Zeit nehmen müsste…

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Unser Ziel war aber sowieso der Görnergrat von dem aus man eine tolle Aussicht auf die Berge und Gletscher, und eben auf das Matterhorn hat, welches sich mächtig über den Rest der Gipfel erhebt. Und wir hatten Glück, denn es ist nicht gerade Hochsaison und so waren auch nicht so viele Leute unterwegs und man konnte sich schön Zeit nehmen und war temporär gar öfters alleine, weil sich alle Touristen im Buffet versammelten um Wärme zu tanken.
 
Und was soll ich sagen: mich begeisterten die Gletscher fast mehr als der legendäre Berg nur mischte sich eine Traurigkeit hinein, da man tatsächlich sehen kann wie verschmutzt unsere Umwelt ist und wie sie sich zurück ziehen. Das überall am Görnergrat Schneekanonen stehen ist ebenso eine unschöne Tatsache, aber ich vermute man mag mit Schnee in der Hochsaison den Menschen eine idyllische Landschaft vorgaukeln.
 
Dennoch, die Berge sind für mich wie eine Kraftquelle wo meine Batterien sich auftanken. Nicht zum ersten mal erlebe ich, das mich die Schönheit fast zum weinen bringt und ich mich so unendlich zu Hause fühle. Das hatte ich schon in meiner Kindheit und ich vermute das ein Teil davon mit einem früheren Leben zusammen hängt. Ich hatte einmal eine Trance in der ich mich als “Bergbub” wahrnahm, auch wenn diese Erinnerung nicht nur schön und auch mit Schmerz verbunden war.
 
Jedenfalls blieben wir bis zum Sonnenuntergang, trotzt Wind und Kälte, und ich genoss die Ruhe und den Frieden den die Umgebung ausstrahlte. Die Begegnung mit einem Steinbock war dann noch das Tüpfelchen auf dem i, denn dieser war natürlich Touristen gewohnt und kam ungewöhnlich nahe heran um zu trinken und uns zu begutachten, so wie wir ihm unsere Aufmerksamkeit schenkten.
 
Abends ging es dann zum essen und ich musste von “vegan” zu “”vegetarisch” fremdgehen, da ich nicht von Salat leben wollte. Merkte es am nächsten Tag dann auch. Wir wagten noch einen Nachtspaziergang der sehr mystisch und schön war, bevor wir uns doch recht früh ins Hotelzummer zurück zogen, da wir auf nachtleben definitiv keinen Bock hatten.
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Samstags selbst erwischten wir einen schwer verregneten Morgen der uns dann nach einem ausgiebigen Spaziergang mit Fotosession doch schon vormittags wieder den Zug zurück nehmen liess da unsere geplanten Ausflugsziele im dichten Nebel steckten. Ein andermal eben. Samstag fühlte ich mich – trotz der Kopf und Kieferschmerzen die mich seit einiger Zeit plagen – wie neugeboren durch diesen Aufenthalt in den Bergen. Fröhlich, gut gelaunt und leicht. Das gab sich erst wieder ein wenig als wir dann in Luzern ankamen und dort von der Einkaufshektik energetisch überschwemmt wurden.
 
Jedenfalls war es für mich eine Inspiration und ich weiss welche Ziele ich mir für das neue Jahr stecke. Es ist sowieso ein Jahr in dem ich die Beziehung zu meinen Ahnen tiefer erforschen soll, laut Runen Rat und das wird wohl öfters Ausflüge in die Berge zur Folge haben…