Der Zeitgeist des “Selbstverständlichen”

geboIch erlebe es öfters das mir Leute schreiben und ich ihnen dann Antwort gebe. Manchmal sind es Ratschläge, gelegentlich werde ich fachliche Dinge gefragt und oft verweise ich Menschen auch an Adressen, wo ihnen besser geholfen werden kann oder wo man fachkundiger unterwegs ist. Manchmal nehme ich mir ziemlich Zeit dafür, immer bleibe ich höflich. Und wisst Ihr was das Interessanteste ist? Das sich vielleicht 20% für die Antworten bedanken. Die anderen 80% nehmen das Geschriebene an und lassen nie wieder von sich hören oder lesen. Ausser, und das kommt vor, man hat Monate später wieder eine Frage oder sucht einen Rat. Ich halte diesen Zeitgeist der Undankbarkeit und der Selbstverständlichkeit für eine scheussliche Sache. Warum? Weil ich finde das man für eine Antwort zu der sich jemand Zeit nimmt, egal wie sie dann ausfällt, zumindest ein bisschen Dankbarkeit zeigen könnte. Ein “Danke für die Antwort” ist aus meiner Sicht höflich und genug. Aber nein, und das höre ich auch von Kolleginnen und Kollegen, viele Menschen gehen heutzutage irgendwie einfach davon aus, das es selbstverständlich ist wenn man zurückschreibt und sich die Zeit nimmt zu antworten. Schliesslich ist man ja “öffentlich” unterwegs. Ich staune immer wieder: wenn ich jemandem eine Frage stelle und ich bedanke mich im Anschluss für die Antwort, auch wenn sie nicht nach meinem Gusto ausfällt, kommt es vor das die Angeschriebenen oft verwundert sind und sich für den Dank bedanken. Das ist doch ein Zeichen, das es selbst Firmen und anderen Institutionen nicht anders zu gehen scheint. Vielleicht bin ich altmodisch. Vielleicht habe ich das “Gebo” (Rune) Prinzip zu sehr verinnerlicht. Aber ich finde es echt hässlich, dieses konsumverhalten das nicht einmal mehr wertschätzt, das sich Menschen für einen Zeit nehmen. Auch wenn es “nur” in Form einer Antwort ist. Irgendwie voll daneben…Schliesslich verlangt man ja nix dafür. Wenn es kosten würde, dann könnte ich das nachvollziehen…