46 und (k)ein bisschen weiser ?

LoveWill Ein Jahr älter und wie jedes Jahr kommt damit die Frage aus dem Umfeld: “Und? Wie fühlt man sich jetzt mit xx?” (die Zahl wechselt natürlich jährlich *g*). Und wie jedes Jahr antworte ich: “Genauso wie vorher”. Wäre ja auch irgendwie tragisch, wenn es auf einmal so einen Sprung geben würde und man innert einer Nacht die vermeintliche Last des Alters in die Gelenke gekracht bekommt. Gleichwohl macht man sich natürlich mit jedem Geburtstag auch ein paar Gedanken, lässt manchmal vergangenes Revue passieren und überlegt sich auch ein bisschen etwas über die Zukunft. Das ist fast schon Routine und gehört zum guten Ton, nehm ich an. Dieses Jahr gab es eigentlich nicht viel zu hirnen zu diesem Thema.

 

Die lockeren, spielerisch und nicht unbedingt ernstgemeinten Vorsätze waren vorher schon gemacht und die Hälfte davon natürlich dann auch schon wieder gebrochen bevor das neue Jahr “Hier bin ich” rufen konnte. Das ist eben so ein Ding wenn der eigene Geburtstag relativ nah am Jahreswechsel liegt. Da erspart man sich das am Wiegenfeste, weil man die Reserven an Vorsätzen sowieso bereits aufbrauchte.

Dem Körper etwas mehr Aufmerksamkeit widmen ist auf jeden Fall ein toller Vorsatz und eine gute Sache und so habe ich wieder ein Fitness Abo gelöst (ein Teil davon war Geburtstagsgeschenk), denn auch wenn der Kopf sich manchmal noch 20 wähnt, so zeigen einem gewisse Gelenke dann eben doch das sie nicht mehr so frisch sind wie auch schon. Marginale Dinge, aber solche die man achselzuckend zur Kenntnis nimmt und die einen darauf hinweisen, dass der Kopf nicht immer recht hat. Und meine Lehrer wiesen mich sowieso immer darauf hin, dass man ja nicht den Fehler vieler “Spiris” machen soll und darauf vergisst vor lauter Arbeit mit dem “Geist” auch den Körper zu stärken. Etwas das ich am Hexentum sehr schätze: auch das Materielle ist heilig… Und von Meditation allein geht der Bauch nicht weg (auch wenn das einige esoterische Fundamentalisten sicher anders sehen und behaupten werden *frechgrins*).

Die anderen Vorsätze (und ich muss grad  lachen, denn vor mir prangt ein Zeitungsartikel über mich auf dem ich gross als Schlagzeile verkünde “Keîn Stress mit den Vorsätzen¨” – passt ja) hatte ich letztes Jahr schon. Mehr schreiben, mehr Freizeit, mehr Ausflüge… und ich muss grad mal aufpassen diesbezüglich nicht schon zu Jahresbeginn alle als “Illusion” abzuhaken, denn so eine nörglerische Stimme hat schon wieder mal X Argumente auf Lager, warum das alles nicht gehen soll wenn man selbstständig arbeitet. Schliesslich gibt es ja keine Grenzen und alles ist möglich, oder?

Das Schöne ist, das ich die magische und energetische Arbeit von nun an mit unserem wunderbaren Zirkel teilen kann und darf, was diesem Jahr eine zusätzliche Qualität gibt. Ich bin wahrlich mit einem guten und liebevollem Umfeld gesegnet und auch wenn hier natürlich meine Verantwortung und Arbeit als Wicca-Priester mit gefragt ist, so bekommt es innerhalb dieses stimmigen Kreises eine spielerische Qualität die auch mich stärkt und trägt und wo ich einmal mehr viel lerne während ich lehre.

Stichwort lehren: wenn ich jetzt doch ein wenig zurückdenke dann muss ich sagen das die letzen paar Jahre enorm lehrreich waren. Und eine Erkenntnis ist jene, das man mit zunehmendem Alter tatsächlich gewisse Dinge nicht mehr so ernst und vor allem wichtig nimmt. Ich werde wohl immer der emotionale Charakter bleiben als den man mich kennt, aber das völlig Hitzköpfige und die innere “Drama Queen”, die haben sich tatsächlich etwas zurückgezogen und manchmal wenn man doch wieder in diese Rollen fällt, dann beobachtet man sich dabei und schmunzelt über sich selbst.

Tja, 46 und doch ein bisschen weiser, wie ich hoffe. Gescheiter? An Lebenserfahrung sicher und hey: ich beginne sogar die Grundzüge der Buchhaltung zu verstehen, die ich ja seit diesem Jahr so halbwegs selbst erledigen darf. Obwohl das eigentlich alles der Computer macht und man ja nur mehr alles an den richtigen Orten eintippt. Was heisst das ich auch noch in Bereichen lernfähig bin, wo ich das *hüstel* nie vermutet hätte. Okay, ganz ehrlich, nicht vermuten wollte denn rechnerisches ist halt nicht so mein Ding. Das es aber auch Spass machen kann, das ist die Erfahrung des Jahres die ich mir gar nicht zugestehen will, ich alter, sturer Steinbock. Aber bitte nicht weitersagen. Sonst leidet mein Image 🙂

Abschliessend möchte ich für mich noch mal feststellen: ich bin für viele Dinge sehr sehr dankbar und voller Demut. Ob man hier gewisse Werte mit dem Alter erkennt, ob der Weg den man eingeschlagen hat und auf dem man lernt dafür verantwortlich ist, oder ob alles ein wenig zusammenspielt ist dabei eigentlich irrelevant. Es ist und bleibt jedoch ein Gefühl an das man sich auch in den schwereren und sorgenvolleren Momenten erinnern sollte.

Und jetzt mal kucken was 2012 und mein neues Lebensjahr so bringen. Und das ganz ohne Karten und Orakel.

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