Simfy vs. Spotify – erste Erfahrungen

simfy-logo spotify-logo-1

Seit dieser Woche ist das neue (im Original eigentlich ältere) Musik-Streaming Portal “Spotify” auch hier in der Schweiz nutzbar und natürlich liess ich es mir nicht nehmen, dort gleich einen Premium Account zu eröffnen, auch angesichts der Tatsache das mein “Simfy” Premium bald ausläuft und ich in letzter Zeit mit letzterem nicht mehr so sehr zufrieden war. Warum? In den letzten Wochen schwanden zunehmend Alben aus meiner Auswahl, die ich lange hören konnte und bei einem Nachfragen wurde ich auf die Rechtslage verwiesen. Was mir aber niemand erklärte war, warum Musik die monatelang hörbar war, plötzlich nicht mehr verfügbar sein solle? Mein Schatz wiederum hatte ein technisches Problem und keiner der Simfy-Support-Tipps brachte Lösungen, was ebenso den Musikgenuss schmälerte und zum kündigen führte.

Jedenfalls höre ich seit gestern Musik mit den Schweden, denn Spotify kommt aus dem Norden, und was mir bereits angenehm auffällt: die Auswahl ist MASSIV besser und von manchen Künstlern ist die gesamte Discographie im Sortiment, während Simfy (falls überhaupt) nur ein bis zwei Alben listete. Auch unbekanntere KünstlerInnen aus dem New Age Bereich sind bei den Schweden besser vertreten.

Bei den Apps für das Smartphone sticht Spotify durch die bessere iOS App hervor, allerdings – und das ist der Haken – läuft diese nicht besonders stabil und ein Nachfragen warum das so sei wurde von Spotify Seite her bisher mit nordisch kühlem Schweigen quittiert. Das mag man aber derzeit noch nachsehen, denn dadurch das der Dienst gerade in drei Ländern neu startete ist man hier vielleicht etwas überfordert. Oder braucht noch deutschsprachige Mitarbeiter? In jedem Fall hat beim Thema “Kundenservice/Support” Simfy hier die Nase (noch) vorne.

Die Android App ist bei beiden Anbietern sehr ähnlich aufgebaut und es lässt sich schwer sagen wer hier von wem abgekupfert hat. Da Spotify allerdings früher auf dem Markt war, gehe ich davon aus das Simfy hier das Konzept nahezu 1:1 übernahm und für den deutschen Markt aufbereitete, einem Markt der im Übrigen den Schweden immer noch verwehrt bleibt.

Vom Preis her hat Spotify auch für das Handy eine Auswahl mit Werbung zum günstigeren Tarif. Auf dem Desktop gibt es auch eine Gratisversion. Das ist bei beiden gleich. Die Premium Variante mit höherer Streamingqualität ist bei Spotify monatlich 2.- günstiger. Apropos Qualität: hier punkten die Schweden, denn auf meiner Anlage kommen vor allem die Bässe satter zur Geltung, als bei Simfy Streams.

Das Spotify mit einer Facebook Anbindung kommt mag Fluch oder Segen sein. Das kann ich nicht beurteilen. Ich persönlich schätze es, hier Musik und Tipps mit Freunden teilen zu können, allerdings meckern auch viele über diesen “freiwilligen Zwang”. Jedoch kann man die Vernetzung sowieso auch manuell deaktivieren oder in eine “Private Session” umwandeln. Ich sehe hier nix Negatives aber wenn sich die Leute darüber aufregen wollen (und liest man die Kommentare mancher User tun diese das ziemlich böse) dann sollen sie.

Fazit: Spotify punktet in Auswahl, Qualität, Preis und Funktionalität, hat aber auf dem Smartphone-Sektor mit technischen Macken zu kämpfen. Simfy hat den besseren weil flotteren Support. Aaaaaaber jetzt kommt’s: als ich meinen Premium Account bei Simfy beenden wollte ging das nicht mit einem Klick, nein, es poppte ein Fenster auf das mich dazu aufforderte den Premium Service via Telefon in Deutschland zu kündigen. Als wäre das noch nicht genug, meinte man in Deutschland (und es ist keine Gratisnummer), das gerade keiner da sei, und ich das per Email erledigen solle. Gesagt getan, heute kam dann die Bestätigung in Form einer netten Mail von Mitarbeiterin Julia, die ich bereits als sehr hilfsbereite und freundliche Supporterin kennenlernen durfte. Dennoch: find ich nicht gut, das man zum Anruf in Deutschland gezwungen wird…

2 Antworten auf „Simfy vs. Spotify – erste Erfahrungen“

  1. Ich habe Simfy nun auch seit mehreren Monaten mit einem Premium Account genutzt. Grundsätzlich eine genialer Service, aber leider meiner Meinung nach nicht zu Ende gedacht. Das wird mir nun immer klarer seit Spotify in der Schweiz an den Start gegangen ist. Ein wesentlicher Unterschied spielt dabei die Mobile App (in meinem Fall fürs iPhone), welche aus meiner Sicht über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Die erste Mobile Version von Simfy war auf Dauer nicht brauchbar, Fehler und Abstürze waren meine ständigen Begleiter, selbst im Offline Modus. Danach kam zwar das lang erwartete Update mit einem neuen Interface und mehr Stabilität, doch das Handling selbst wurde nicht besser. Die Sync über Wifi für den Offline Modus dauert viel zu lange, es dauert im Vergleich zu Spotify eine Ewigkeit bis die Songs offline auf dem Mobile verfügbar sind. Zudem fallen mir immer wieder kleine Details auf die eben genau dazu beitragen ob man die App gerne nutzt oder nicht. Das fängt beispielsweise schon beim Start der App an. Als Benutzer will ich sofort Musik hören und mir nicht jedes Mal wie bei Simfy zuerst noch den Loadingscreen für 4 Sekunden anschauen. Für mich ist momentan Spotify klarer Favorit und punktet mit Handling, Speed, integriertem Playlist-Sharing und iTunes Integration.

  2. Hi Jonas

    stimmt, mit dem Offline-Listen runterladen ist auch noch ein wichtiger Punkt dabei: das geht sehr flott bei Spotify. Ich war gestern überrascht über die Geschwindigkeit. Allerdings stürzt mein iPhone 3GS/iOS 5.0.1 immer noch ständig ab beim streamen und die Tipps die der Support hatte waren nicht wirklich hilfreich… Mein Android 2.3.5 läuft hingegen gut mit Spotify. Hehe… iTunes Anbindung wäre sicher auch etwas erwähnenswertes. Ich habs einfach nicht mehr so gut mit dem Apfeldingens *g*…. Hoffte, das es auf einen anderen Anbieter geht, beim Einkauf. Nun denn. Man kann nicht alles haben 😉