Auch das gibt es noch….

moongoddess Als ich gestern nach Hause lief, traf ich einen Mann den ich flüchtig kenne und der als Lehrer in der Umgebung arbeitet. Wir kamen ein bisschen ins Gespräch und so erzählte er mir, das er kürzlich den Fall hatte, das eine Mutter bei ihm anrief und ihm mitteilte, das ihre Tochter nicht mehr zu ihm in den Privatunterricht kommen könne. Als er sie nach dem Grund fragte meinte sie, ihre Kleine müsse auf dem Weg zu ihm immer an “diesem Hexenladen” vorbei und das möge sie, die Mutter, nicht. Der Fall wurde an den Rektor weitergegeben und dieser erklärte der Dame, das dies ein Laden wie jeder anderer sei und so eine Reaktion unverhältmässig. Ob die Kleine jetzt wieder am Hexenladen vorbeilaufen darf oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber es liess mich dennoch ein bisschen nachdenklich werden und zeigte mir einmal mehr das, auch wenn ich es vordergründig nicht bemerke, immer noch Leute grosse Probleme mit der Thematik haben, und dabei den Kopf wohl voll der Klischees und Unwahrheiten. Vor allem wenn man den Laden und die Philosophie dahinter kennt.

Es verwundert mich ja schon lange nicht mehr, das ich zwischendurch immer wieder auch Menschen begegne oder von Leuten bedient werde, die entweder völlig “falsch” freundlich sind und man ihre Ablehnung fast körperlich spürt, oder wiederum andere offen  zeigen, das sie aufgrund der offen gelebten “Tätigkeit” nicht viel von einem halten (was sich meist in Zynismus ausdrückt). Dass, da sie vermutlich ein Bild von mir bzw. dem Hexenpfad haben das schlicht ihrer Vorstellung entspricht, aber nicht im Entferntesten mit mir zu tun hat. In mir ruft dies kaum mehr Resonanz hervor, und diese Begegnungen sind wenigstens sehr selten. Die positiven Erlebnisse überwiegen in jeder Hinsicht.

Aber als ich gestern eben diese Story hörte wurde erinnerte ich mich daran, das vieles einfach “an mir vorbeigeht” bzw. sich meiner direkten Wahrnehmung entzieht, was da hinten rum manchmal abgeht. Und ich dachte einmal mehr an die schwelende Intoleranz (nicht nur im Bereich Religion/Spiritualität) unserer gestressten und unzufriedenen Gesellschaft, in der dann rasch Menschen die sich der gesellschaftlichen Norm entziehen bzw. neben ihr leben als Projektionsfläche herhalten müssen für die eigenen verdrängten Anteile, Ängste, Unsicherheiten und Muster. Das war schon immer so und ich glaube leider auch nicht das sich das so rasch ändern wird (auch nicht 2012 *frechgrins*)…. Nicht missverstehen: wir im Westen haben es diesbezüglich sehr gut und viel Freiheit so zu leben wie wir wollen. Und dafür bin ich sehr dankbar! Aber es gibt Tendenzen die man nicht ausblenden darf und sollte…

Es lohnt sich also weiterhin bewusst und engagiert zu bleiben, und sich nicht im bisher erreichten zu suhlen, sondern auf Aufklärung zu setzen um Ängste sowie Vorurteile abzubauen. Und dabei ist die beste Methode, das man sich selbst treu bleibt. In “meinem” Wicca zählen ehrliche Selbsterkenntnis, Selbstakzeptanz und die stete Arbeit an sich mit zu den wichtigsten Dingen die den Pfad ausmachen. Und ich denke das ist etwas hinter dem man vollkommen stehen kann und soll!