“Der Lohn der Sünde ist der Tod” oder das Spiel mit der Angst

Wooden Christian Cross Also es ist schon nett wie besorgt christliche Mitbürger um mein Seelenheil zu sein scheinen. So habe ich in unregelmässigen Abständen immer wieder missionarische Flugblätter und / oder fundamentalistisch christliche Comicbooks vor dem Geschäftseingang liegen. Zum Beispiel gestern wo mir ein Flyer entgegenlachte, der zuerst so aussah wie Werbung vom Elektrizitätswerk. "Achtung Lebensgefahr" stand gross auf der Vorderseite und ein öffnen des Druckwerkes offenbarte mir dann so Bibelzitate wie das im Titel stehende.

Faszinierend daran: alle diese Drohungen kommen laut Prospekt (das von einem Missionswerk stammt) von einem "Gott der Liebe", wie mehrmals betont wird. Nun, das ist äusserst interessant denn für mich ist das Gegenteil von Liebe Angst und Angst wird in diesen Werken, Werbungen und Flugblättern am Laufmeter gesät.

Und das durchgehende Motto immer das Gleiche: entweder Du bekennst Dich zu Jesus Christus oder Du landest in der Hölle und leidest schreckliche Qualen. In Liebe natürlich….

Echt nett. Als gäbe es in der Welt nicht schon genug Angst. Das sich dieses Missionswerk dann auch noch zur Lebensberatung und Lebenshilfe anbietet (ruf uns an wenn es Dir schlecht geht, wir helfen Dir beim Neubeginn) ist dann noch der Zuckerguss. Man braucht nicht einmal zu raten, unter welchen Bedingungen und unter welchem Glaubenskonzept dieser Neubeginn zu stehen hat. Sonst landet man ja wohl erst recht im Sumpf der Qualen. Geliebt wird letztlich nur wer pariert denn "Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben, wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm" (liebevolles Bibelzitat aus dem liebevollen Flugblatt).

Ich verstehe unter Liebe und Göttlichkeit etwas völlig anderes und ich hoffe jeder Mensch mit Verstand und ein bisschen Logik im Hinterkopf ebenso…

Aus meiner Sicht sollten diese missionierenden Menschen ihre Energie und ihren Eifer lieber für den Umweltschutz oder andere sinnvolle Dinge einsetzen, die wirklich von Liebe zeugen und die das Leben zelebrieren. Aber es scheint im Wesen des Menschen angelegt zu sein, andere immer von der eigenen Wahrheit überzeugen zu wollen und das zu fürchten das sich der eigenen Wahrnehmung entzieht bzw. “anders” ist.

cosmichermit“Alle Akte der Liebe und der Leidenschaft sind meine Rituale” heisst es in der “Charge of the Goddess”. Und das ist ein Prinzip das sich sicher nicht dadurch ausdrückt, das man Menschen durch Angst für sich gewinnt. Schuld und Sünde sind sowieso die grössten destruktiven Kräfte die Mensch der Manipulation wegen erschaffen hat. Und diese Angstmechanismen funktionieren heute wieder besser denn je, geschürt durch Medien, Politik und leider auch Religion. Und doch entdecken immer mehr Menschen vieler spiritueller Wege Liebe und Vertrauen als Ausdruck göttlicher Kraft. Und das ganz ohne Bedingungen.