Die kollektive Pseudobetroffenheit

Als ich heute von Michael Jacksons Tod las, war ich überhaupt nicht überrascht. Das hat jetzt nix mit “Hellsicht” zu tun, aber mir war klar dass seine grossangekündigte Tournee nicht stattfinden wird. Dazu war dieser Mensch einfach zu krank und ausgelaugt. Ich rechnete mit einer “schweren Krankheit” oder einem anderen Drama knapp vor Start. Nunja, mit seinem Tod hat er dies nun allerdings ultimativ getoppt und sich bewusst oder unbewusst der zu erwartenden zynischen Presse entzogen.

Gerade kürzlich meinte er ja fast verzweifelt, sich mit der Tour zuviel aufgehalst zu haben und wie gross muss der Stress für den ehemaligen “King of Pop” gewesen sein. Eine Absage hätte sicher massiv Häme nach sich gezogen und genau jene Medien die nun einen auf betroffen machen, wären vermutlich die ersten gewesen die sich wie die Hyänen auf ein Versagen dieses grandiosen aber traurigen Mannes gestürzt hätten.

Ja, Michael Jackson hat Musikgeschichte geschrieben, sein Tod transportiert ihn nun in den Olymp der vorzeitig abgetretenen und dadurch zu Göttern aufgestiegenen anderen Stars aus Film und Musik. So traurig es ist, aber so hat er sich von einer doppelmoraligen Gesellschaft verabschiedet die ihn nun natürlich als Legende in Erinnerung behalten wird, und nicht als den gebrochenen und etwas merkwürdigen, alternden Kauz als den sie ihn in letzter Zeit ständig darstellte.

Und das dies bereits eingesetzt hat zeigen die News die innert weniger Stunden vermeldeten, das Downloads und Plattenverkäufe in ungeahnte Höhen steigen. Egal wo er nun weilt: Michael Jackson wird es freuen. Ein gelungenes Comeback wäre ihm dennoch zu wünschen gewesen aber seien wir mal ehrlich: das hätte – wenn man seine letzten öffentlichen Auftritte wirklich mit allen Sinnen wahrnimmt – an ein Wunder gegrenzt.

Und so bleibt sein plötzlicher Tod so oder so die letzte grosse Inszenierung dieses musikalischen Genies. Wobei ich sicher bin  das – wie immer in solchen Fällen und entgegen aller präsentierten Tatsachen – so mancher diesen Tod in Frage stellen wird. War bei Elvis so und wird angesichts der Hintergründe auch bei Michael geschehen. Berechtigt? Ist nicht wirklich wichtig. Hauptsache er hat nun seinen Frieden gefunden.

Und den wünsche ich ihm von Herzen.

3 Antworten auf „Die kollektive Pseudobetroffenheit“

  1. Deine Aussage vom Aufstieg in den Olymp hat was – die Menschen wollen das immer noch (bei den keltischen Mythen ist man ja auch nie sicher was jetzt ein überhöhter, aber menschlicher Held ist, und was ein Gott).

    Mal schauen was sie sich in 2000 Jahren für Legenden über unsere heutigen Idole erzählen 🙂