Stephen King’s The Mist: Schockierend, deprimierend, gut!

 

MIst

 

Es war eine meiner liebsten und spannendsten Kurzgeschichten des Horrormasters Stephen King, damals, als ich seine Romane noch regelmässig las. Lange wartete ich auf eine Verfilmung, sehr lange, doch letztes Jahr griff Frank Darabont das Material auf und schaffte es aus der Novelle einen intensiven Film zu machen, den man nicht allzuschnell vergessen wird….

Die Story ist wieder einmal schnell erzählt: Am Tag nach einem erschreckenden Sturm beginnt ein unheimlicher Nebel eine amerikanische Kleinstadt einzuhüllen die gerade erst wieder mit dem Alltag beginnt. Als der Hauptprotagonist mit seinem Sohn gerade im örtlichen Supermarkt einkauft erreicht dieser das Zentrum der Stadt und rasch wird klar: etwas ist in dem Nebel.

Die Menschen sind im Supermarkt eingeschlossen, denn jeder Versuch nach draussen zu gehen wird von – zuerst noch unsichtbarem Schrecken – zunichte gemacht. Dann jedoch wird klar: seltsame Wesen bevölkern die vernebelte Aussenwelt, riesige Insekten, riesige Kreaturen die der Mensch so noch nicht gesehen hat. Und sie fallen über alles her das sich in den Nebel traut. Doch der wahre Schrecken lauert im Supermarkt.

Eine verrückte und bibelfanatische Christin wittert Armageddon und hat angesichts der herrschenden Angst nicht lange, um eine Fangemeinde um sich zu scharren und gegen Menschen im Markt zu wettern und ihnen die Schuld zuzuschieben. Bald schon muss der letzte Rest vernünftiger Überlebender Entscheidungen treffen, da der Mob in religiösem Wahnsinn genauso gefährlich wird wie die Kreaturen da draussen und nach Opfern für Gott ruft.

Und das obwohl rasch klar wird, dass der Nebel Ergebnis eines misslungenen Dimensionsexperimentes einer benachbarten militärischen Wissenschaftsstation ist, die ein Tor zu Parallelrealitäten schaffen wollte.

Das Ganze wird unheimlich realistisch und sozialkritisch in Szene gesetzt, modern gefilmt und stilistisch dennoch im Stil alter Horrorfilme die mehr auf Psychogramme als auf Schockeffekte setzen. Von letzteren gibt es dennoch einige und der Film schafft eine beklemmende Atmosphäre. Musik wird nur selten und sehr pointiert oder dramatisch eingesetzt. In Erinnerung bleiben wird er jedoch wegen seinem schockierenden und äusserst deprimierenden Ende, das einen sprachlos lässt. Ich habe in meinem Leben noch keinen so kompromisslosen Filmschluss gesehen und meine Kommentare kamen durch einen dicken Belag und ein paar verkniffene Tränen. The unhappiest Ending ever

Die Kurzgeschichte hat übrigens ein Open-End, doch Stephen King war von der Schlussidee des Regisseurs begeistert, wie er in einem amüsanten Interview – zu sehen im Bonusteil – gesteht. Sicher nichts für sensible Gemüter.

The Mist ist wahrlich ein guter Horrorfilm und eine Kingverfilmung die mit der geschriebenen Geschichte absolut atmosphärisch mithalten kann. Auch wenn mir persönlich das Ende im Buch besser gefiel, da es mehr Fragen offen und so der Fantasie mehr Raum liess. Dennoch: der Schluss passt und es wundert nicht, musste Frank Darabont ihn mit Händen und Füssen gegen die Wünsche des Studios nach mehr “Leichtigkeit” verteidigen.

 

Heftig!

3 Antworten auf „Stephen King’s The Mist: Schockierend, deprimierend, gut!“

  1. Ich stimme dir zu, bei allem, was du sagst 🙂
    Der Film ist wirklich geil! Ich freu mich schon, ihn wiederzusehen…

    … man sollte eigentlich nur noch kurzgeschichten von ihm verfilmen 🙂

    greeez pf

  2. Ich sag’s ja: Religiösen Fanatismus bekämpfen wo man kann. Immer die logischen Schwächen des Alleingültigkeitsanspruches solcher Leute aufzeigen. Dieser Film (die Geschichte hatte ich nie gelesen)hat mich sehr errschreckt, denn genau so funtionieren diese gruppendynamischen Abläufe.

  3. oh… das klingt gut… denn muss ich sehen – wenn ich denn mal Zeit habe.
    Ich mach mir nicht viel aus Film und Fernsehn, aber die Bücher von King hab ich verschlungen und die meisten Verfilmungen waren .. na, ja.. gingen so.

    liebe Grüsse
    Morgenstern*