Freytagsgedanken: Leichteres Hexenleben?

firepriestesspentIch höre oft die Frage, ob man es als Hexe leichter im Leben hat? Das ist schwer zu beantworten und hat dann meist ein “Jein” von mir zur Folge. Der Pfad der Hexe ist ein Pfad wachsenden Bewusstseins und sensibilisierter Wahrnehmung. Wenn ich zurückdenke an meine Kindheit, als ich soviel fühlte, immer in Kontakt mit Wesenheiten stand, so sensibel war und kein Mensch verstehen konnte was in mir vorgeht, stempelte mich das rasch zum Aussenseiter – obwohl ich nicht viel darüber redete. Manchmal mit meiner Mutter, die jedoch mit ihren eigenen Herausforderungen beschäftigt war und deren Interesse an Parapsychologie und Magie sich auf irgendwelche Talismane und Bücher beschränkte, die schnellen Reichtum und das Ende aller Sorgen versprachen…

Wenigstens redete sie mir nie drein oder machte meine Empfindungen – auch bezüglich meiner “inneren Stimme” oder der “Besucher aus der Anderswelt” hinunter. Sie akzeptierte mich. Warum ich das erzähle? Weil der Hexenpfad für viele bereits in der Kindheit beginnt und nicht jeder kann sich gleich entfalten. Vor allem wenn der innere Wunsch übermächtig laut wird zur Gesellschaft und ihren Normen dazuzugehören. Wenn man spürt das man anders ist – kann sich das in grossen inneren Konflikten ausdrücken die bei mir sogar zu Asthma während Kindheit und Jugend führten.

Nein, der Pfad der Hexe ist nicht leicht und dennoch möchte ich ihn nicht eintauschen. Man erfährt gleichfalls soviel Schönes und erlebt eine so grosse Kraft die – in jenen Momenten wo diese dich berührt – einen eins mit dem Universum sein lässt. Verstehen lässt. Man sieht Dinge die anderen verborgen bleiben und hat Erlebnisse, die den Rahmen jener sprengen die alle Tore vernageln um ja “konform” zu sein und zu bleiben.

Ich bin froh um meine magische Ausbildung, denn sie lehrte mich doch mit vielen inneren Konflikten umzugehen und vor allem lehrte sie mich auch mich so anzunehmen wie ich bin, ohne mich gross zu verbiegen. Und man lernt, dass Magie ein gutes Mittel zum Selbstwachstum darstellt und nicht dazu da ist um sich das Leben zurechtzuhexen. Wenn allerdings das Innere in Resonanz mit den Kräften tritt und die Bewusstseinsebenen zusammenschaffen, dann kommen jene Dinge die gut für einen sind sowieso ins Leben.

Und da setzt es an: dies erfordert Disziplin, Eigenbeobachtung und Training. Sowie Magie zur rechten Zeit und mit den richtigen Intentionen.

Das ist nicht leicht, denn wenn sich die alten Muster zu sehr verfestigten, dann muss man Geduld mit sich haben, und gerade das ist eine Tugend die in unserer schnelllebigen Zeit mit ihrem permanenten Leistungsdruck nicht gerade zu den respektiertesten gehört. Zumindest nicht in der westlichen Gesellschaft.

Im Verbund mit der Anderswelt werden einem viele Dinge klar und man lernt und weiss viel. Dies auf sich selbst anzuwenden ist eine der grossen Herausforderungen die man als Hexe hat. Es ist gerade anfangs (und für manche gar immer) leichter für Andere zu arbeiten, doch auch hier braucht man Erfahrung um sich nicht aussaugen zu lassen und die Grenzen zu ziehen.

Wenn ich daran denke wieviele Menschen früher, bevor ich lernte, von mir profitierten, Rat holten, sich helfen liessen und im Gegenzug stand ich erschöpft im Vacuum, da ich diese Prozesse und vor allem mich selbst noch nicht genug kannte.

Mir wurde oft Verantwortung übertragen und ich durfte Lebensgeschichten und Schicksale anhören, von denen nicht mal die engsten Familienmitglieder jener die sich an mich wandten wussten. Doch auch das gehörte letztlich zum Lernprozess und erfüllt mich heute sogar mit Stolz…

Aber machen wir’s kurz, denn ich muss in den Alltag ;).

Fazit: der Pfad der Hexe ist kein leichterer aber er ist es wert gegangen zu werden wenn man den Ruf verspürt. Er erweitert den Horizont, ist eine lebenslange Lehre und beschenkt Dich mit Freude und Liebe, vor allem aber mit Erfahrung und Macht über Dein Leben, wenn Du diese Verantwortung Dir selbst gegenüber annehmen möchtest. “Hexe sein” schaltet den gewöhnlichen Alltag nicht aus, im Gegenteil, nimmt man diesen oft viel sensibilisierter und emotionaler wahr. Und doch lehrt er Dich mitten in Deinem Deinen Leben zu stehen und gleichzeitig zwischen den Welten zu tanzen…

Ist mir persönlich tausendmal lieber als die Augen geschlossen zu halten, auch wenn ich mir früher in meinem Leben nicht nur einmal gewünscht hatte, weniger zu fühlen und/oder vor allem weniger zu denken…

Aber das war früher! Heute sind dies Dinge auf die ich stolz bin. Hexe eben!

Ist ja ganz normal, oder?

😀

7 Antworten auf „Freytagsgedanken: Leichteres Hexenleben?“

  1. Hi Dreamdancer

    Für den Text könnt ich dich echt knuddeln.^^ 😉

    Auch, wenn es wieder mal off-topic ist:
    Mir scheint deine sorge um deine schriftstellerischen Fähigkeiten ziemlich unbegründet. Also, wenn du es wirklich willst, einfach mal anfangen. Das wird schon… 😀

    Gruss
    Phoenix

  2. Vielen Dank, sehr schön!:D
    Diese Beschreibung wird Deinem Text nicht gerecht, aber ich weiss nicht, wie ich es anders sagen könnte.
    Es ist schön, teilhaben zu dürfen und sich teilweise wiederzuerkennen und auch anderes, neues, weiteres zu lesen.

    Liebe Grüsse
    Ethaine