Kartenlegen und verankerte Negativität

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Kartenlegen ist eine wunderbare Berufung. Es macht mir Freude den Menschen zu helfen und doch kann es manchmal etwas anstrengend sein, vor allem wenn man sieht und spürt, dass ein Mensch die Dinge zwar interessiert zur Kenntnis nimmt, staunt und gar Denkanstösse bekommt, man aber intuitiv weiss, dass der Befragende trotz dieser Erkenntnisse nichts ändern wird und somit lieber weiter die gewohnten Muster lebt als seiner Intuition zu folgen.

Es ist dann das Gleiche wie mit diesen wunderbaren Lebenshilfe-Büchern wo jeder nach dem Lesen sagt: “Wow…stimmt…ich habs verstanden und freu mich auf mein neues Leben und nehme dies und das und vielleicht jenes noch in Angriff” und dann nach wenigen Wochen, oft gar noch früher, bereits wieder voll im Normalzustand steckt, das Buch in Vergessenheit gerät und im Regal dahinstaubt, bis es durch das Nächste und die nächsten Erkenntnisse – die eigentlich die gleichen sind – ergänzt wird.

Wenn quasi die eingebrannten Muster sich so gegen die notwendige Veränderung wehren, dass letztlich alles beim alten bleiben wird. Nun, es soll eigentlich nicht meine Sorge sein und auch im Buchbereich werden ja nur so weitere Bestseller möglich, obwohl eigentlich schon alles geschrieben wurde was es zu schreiben gibt und dennoch rollt ein Heini nach dem Anderen das immer wieder gleiche auf und landet erneut ein “revolutionäres” spirituelles Werk.

Doch finde ich es schade, wenn ich die wunderbaren Chancen sehe die manche Menschen gerade jetzt haben und meine Begleiter zeigen, dass nun ein wichtiger Schritt möglich oder eine Entscheidung aus dem Herzen die richtige wäre und gleichzeitig bemerke, dass sie diesen Schritt eben nicht machen werden.

Gerade kürzlich war jemand bei mir der alles positive sofort negativ konterte, gegen Ausländer wetterte und quasi alles negative das in der Welt vorging zum eigenen Problem machte nur um die eigenen nicht angehen zu müssen. “Ja aber”….war die Reaktion auf jeden Satz und jede Erkenntnis. Da ich in meinen Beratungen sehr ehrlich bin stiess ich dennoch mit meinen Worten auf dankbares Interesse und merkte, dass sich dieser Mensch sehr wohl dessen bewusst war und meine Tipps wie ein Schwamm interessiert aufsog. Und doch wusste ich: schon in wenigen Tagen wird wieder alles beim alten sein weil der Wille zur Veränderung fehlt. Und das ist dann der Moment in dem ich eine Beratung als etwas anstrengend empfinde. Wenn eindeutige Ergebnisse vorliegen, innert einer einzigen Befragung die gleichen Karten immer wieder kommen, der Mensch der um einen Rat kommt dies auch realisiert, aber er letztlich einfach nichts ändern wird weil die gewohnte negative Schiene die einfachere ist.

Und im Gespräch kommt meist heraus, dass viele von ihnen den Schrank voll von spirituellen Büchern haben. Von Eckhart Tolle bis Kahili King oder Roberts. Und sie oft noch vor mir bereits bei 4 anderen Beratern waren und ich auch sicherlich nicht der Letzte sein werde.

Doch um diesen kleinen Blick in die Praxis abzuschliessen möchte ich bemerken, dass die meisten Ratsuchenden das kleine Schauen in die grösstmögliche Wahrscheinlichkeit sehr wohl nutzen um diese dann nach ihren Möglichkeiten mitzugestalten. Und das sind dann die freudvollen Momente die die wenigeren aber leicht kraftzehrenden anderen ums vielfache wieder wett machen 🙂

6 Antworten auf „Kartenlegen und verankerte Negativität“

  1. Das hat nichts mit Wille zu tun, sondern viel mehr mit einem Befreien-Können aus alten Mustern. Bei Verändern von Lebenssituationen geht es allem voran immer um LoslassenKÖNNEN. "Wille" ist eine Mär. Das was man WILL, bezeichnet schliesslich immer nur das, was man nicht hat. Nein tatsächlich "Ich will" bringt gar nichts ausser dem Bestätigen eines Ist-Zustands. Meiner Erfahrung nach haben Menschen die höchsten Chancen auf Veränderungen, wenn man ihre Perspektiven verändert. Wenn sich ihre Position so etwas verschiebt, verändert sich manchmal rundum so vieles mit, dass man plötzlich einen Ausgang erkennt oder einen neuen führenden Faden in die Hand nehmen kann, den man vorher nicht gesehen hat. Ganz ohne Wille. Einfach weil es da ist. Ich geh sogar noch weiter. Der grösste Fehler, den man machen kann, wenn man einem Menschen zu einer Veränderung helfen will, ist es, seinen aktuellen Zustand durch Bestätigung zu unterstreichen. …. So – habs mal wieder mit Aufzählungspunkten versucht, da man hier ja keine Abschnitte machen kann. Aber so wie ich dein Blog kenne, schluckt er diesen Kommentar nun eh nicht.

  2. Doch er hat sie geschluckt und Update ist in Vorbereitung. Dann funktioniert es auch mit den Absätzen (wie bei Borderlene)…Übrigens habe ich es bereits beim ersten Mal verstanden und ich nehme an Du verabscheust nicht den Blog sondern nur die nicht nach Deinen (und meinen) Erwartungen funktionierende Kommentarfunktion Cool

    Ansonsten kann ich Deine Worte nur bestätigen und handhabe es auch so! Und doch werde ich das Wort "Wille" auch weiterhin im schriftlichen nicht scheuen, da es im gewöhnlichen Sprachgebrauch doch auch im Kontext verstanden wird. Das Sträuben gegen einen Perspektivwechsel – wie Du es nennst – ist dennoch eine gelegentliche Reaktion, da dieser eben auch ein Loslassen von alten Verhaltensweisen bedingt, die doch mancher sehr "liebgewonnen" hat. 

  3. Selbstverständliche verabscheue ich nicht deine Texte, sondern nur die mehr als mangelhaften Formatierungs-Funktionen dieses grmphfmrrrr.. Blogs. Ich glaube nicht, dass im Alltags-Sprachgebrauch irgendwer das Wort "Wille" so versteht, wie ich es beschrieben habe. Die Leute sind im Gegenteil immer ganz verblüfft, wenn ich es ihnen so erkläre. Niemand liebt Verhaltensweisen wirklich, die ihm schaden oder sein Glück verhindern. In dem Fall liegt eher das Problem einer Angst vor dem Unbekannten vor oder – kaum weniger oft anzutreffen – die Angst vor Strafe bei Veränderung.

  4. Hoi Dreamy… Viel zu oft erwarten ja die Menschen, dass der Kartenleger Ihnen die Arbeit an sich abnimmt – oder die Karten das *schicksal* bestimmen… Aber damit erz�hle ich Dir ja �berhaupt nichts neues… Und mit dem vielen nach aussen suchen ist irgendwann mal so ein *Guru* da… Indem Du versuchst, die Menschen da abzuholen, wo sie sind und immer wieder darauf hinweist, machst Du es zumindest Dir recht – die Ratsuchenden haben dann selber die Wahl… MAch weiter so! Herzgru�! Eli 😉