Die Sache mit dem Selbstboykott

Cosmic Tribe Tarot, "The Devil"Immer wieder gelange ich in meinem Leben an Momente in welchen ich feststellen darf, wie sehr ich mich selbst boykottiere um nicht mein volles Potential leben zu müssen. Es sind die alten Muster, die einen in Gewohnheiten festfahren lassen, da sie darum bangen, ihre “Wichtigkeit” zu verlieren. Für mich ist eines ein guter Indikator: mein “on” and “off” switchen beim Rauchen. Denn interessanterweise beginne ich immer dann wieder mit diesem Laster (auch wenns nur wenige Zigaretten sind) wenn es mir ausgesprochen gut geht, mein Körper wieder nach Bewegung schreit und ich rundum aktiver werde. Also selten – wie man meinen würde – in Stressphasen denn der lässt sich bei mir ohne Glimmstengel erst gar nicht so recht blicken. Bin ich süchtig nach Stress? (Picture by Steve Postman, “Cosmic Tribe Tarot” – The Devil)

Als ich letztes Wochenende eine tiefe Meditationsreise antrat und die Frage stellte, warum gewisse Dinge in meinem Leben immer wieder so einen Raum einnehmen bekam ich eine harte und klare Antwort: “Weil Du Dein Erbe nicht völlig antreten möchtest”. Nun, das klingt sehr bedeutungsschwanger, besonders wenn man die Zusammenhänge nicht kennt, aber ich lasse es hier einfach einmal so im Raum stehen und merke nur an, dass es sich um eine Metapher handelt.

Schon seit längerer Zeit schlage ich mich mit einem Thema herum: “Hingabe”. Das war denn auch eine Folgebotschaft die mir in Bezug auf “das Erbe” übermittelt wurde. Natürlich wollte ich mich nicht darauf verlassen und zog eine Karte um herauszufinden, wo denn der Hund begraben liegt. Und prompt kam die Karte “Hingabe”, und in mich schlich sich ein schlechtes Gewissen, da ich ja auch der Stimme und meiner Intuition vertrauen hätte können. Doch auch Hex ist Mensch und vor allem wenn es um einen selbst geht druckst man oft um Dinge herum. Kennt doch sicher jeder 😉

Hingabe an meinen Weg, an das was ich als Bestimmung erkannte und lebe. Was geschah nach der letzten und kraftvollen Drachenbegegnung? Ich bekam einen grauenhaften Schnupfen der zwar unterdurchschnittlich lange anhielt, aber mich dennoch wenige Tage lang schachmatt setzte. Und dieses Muster ist erstaunlich oft erkennbar. Nach einer Initiation oder einem Schritt nach Vorne in Erkenntnis und Praxis, beginnen bei mir Programme abzulaufen, die versuchen mich daran zu hindern, zur Höchstform aufzulaufen. Es beginnt eine Phase des “Selbstboykotts”. Und das unbewusst bewusst, denn eigentlich erkenne ich es immer wieder wenn ich in dieses eigene Fettnäpfchen trete. Und mache es trotzdem. Fast schon mit Genuss. Klingt eigenartig, oder? Doch im Gespräch mit anderen Menschen auf meinem Weg, auch gestandenen und lange praktizierenden Wiccas kann und darf ich feststellen, dass es denen auch nicht anders geht.

Wie beruhigend 😛

Gut, dies dämmt die Fortschritte nicht und die Erfahrungen. Vor allem bin ich über das anwesende Bewusstsein dabei froh. Doch es keimt eine Frage in mir auf: wovor hat man Angst bzw. womit ist man nicht bereit umzugehen? Und die spontane Antwort darauf: mit der damit einhergehenden Macht. Nicht der Macht über Andere, sondern der Macht über das eigene Leben. Wie oft mache ich mich in Gesprächen mit anderen “klein” weil ich mit den Komplimenten immer noch nicht gut umgehen kann, obwohl ich genau weiss was in mir schlummert oder wie sehr ich zu etwas beigetragen habe. Doch auch dieses “klein” machen im Erfolgsfalle ist ein abgeben von Macht. Ist ein Selbstboykott und vor allem dämmt dies das Selbstwertgefühl. Mensch hilft gerne anderen bei der Entfaltung, aber wenn es dann funktioniert hat, nimmt man den Dank nicht ein und weist die Teilnahme daran somit eigentlich zurück. Ja nicht zugeben, dass man wirklich gut sein könnte. Man könnte ja für arrogant oder eingebildet gehalten werden. Spannend.

Wenn ich mich trotz allem Sehnen und dem Wissen um die Richtigkeit einer Sache nicht “hingebe” obwohl das Herz danach schreit und manchmal sogar der Verstand, dann mache ich das nicht, weil ich es eher gewohnt bin “klein” zu bleiben. Und wenn man “klein” ist eckt man nicht so oft an, passt besser in eine scheinbar machtlose Gesellschaft und kann sich leichter vor der Verantwortung drücken die mit der Eigen-Macht einhergeht. Und letztlich geht es – aus meiner Sicht und innerhalb der hier offen stattfindenenden Gedankenspirale – genau darum! Und das wiederum wiederspricht allem was ich gelernt habe und anderen lehre.

Selbstboykott, ich sage Dir hier und heute und offen im Blog den Kampf an, obwohl ich Dich so liebgewonnen habe *ggg*. Und wenn ich gegen Dich schon nicht gewinnen kann, so schliesse ich Dich fürs erste einmal ins Herz. Basta! Und somit Bahn frei für den nächsten Boykott 😀

3 Antworten auf „Die Sache mit dem Selbstboykott“

  1. Lieber Dreamy Du sprichst mir mit manchen Punkten direkt aus der Seele. Kaum geht es mir mal gut, tu ich alles daf?ss es mir wieder mies geht. Kaum gelingt mir was, oder ich hab ne gute Idee, tu ich alles, bis ich wieder das Gef?b, dass ich nichts kann. Ich ahne auch was dahinter steckt… W? dir ganz viel Mut, die Hingabe zuzulassen…Bist du nicht neugierig, was kommen k?e?

  2. Oh, ja.. wie gut ich DAS kenne. Allerdings habe ich es bis jetzt immer aus einem anderen Blickwinkel gesehen. Angst vor der eigenen Kraft, vorm Erfolg. … wenn ich die Energie die ich fürs Boykotieren brauche, nutzen würde ….. *seufz* Ich drück dir die Daumen das du den Sprung über den eigenen Schatten schaffst. liebe Grüsse Iffi